Das Profil des Modern Dance Centers

Freitag, 20. November 2009

Die innere Einstellung zum Tanz prägt den Trainingsalltag

Konzentration und Ausdauer, Körperbeherrschung, Ausdruckskraft und Talent – das sind Eigenschaften, die jeder leicht mit Bühnentanz in Verbindung bringen kann, der Tänzer auf der Bühne erlebt. Um es dorthin zu bringen, bedarf es allerdings noch mehr: der inneren Bereitschaft, sich auf Bühnentanz einzulassen.

Was so einfach klingt, ist in der Praxis eine der größten Herausforderungen, mit denen sich Tanzdozenten auseinandersetzen müssen: Wie schaffen sie es, Tänzer und deren Eltern so zu begeistern, dass sie sich dem Tanz mit Hingabe widmen. Denn letztlich macht die technische Ausbildung nur einen Teil des Erfolgs aus. Die weichen Faktoren sind es, die über die eigentliche Qualität des Unterrichts entscheiden: Pünktlichkeit, Engagement, Lernbereitschaft, Durchhaltevermögen und Begeisterung sind nur einige davon.

Diese innere Bereitschaft zu definieren, sie in Worte zu kleiden, fällt schwer. Am nächsten kommt ihr ein modischer Anglizismus, der im Deutschen vergeblich nach einer griffigen Entsprechung sucht: das Commitment. Immer mehr Menschen committen sich auch hierzulande, etwas zu tun oder zu lassen, zu etwas zu stehen oder eben auch nicht. Sie committen sich mündlich, schriftlich oder einfach durch ihr Handeln.

Commitment, so erklärt es der Duden, steht für das (Sich)bekennen, das (Sich)verpflichten. „Und das ist“, betont Tanzpädagoge Berry Doddema vom Modern Dance Center in Dortmund, „eigentlich etwas unheimlich Tolles: Denn wenn ich mich freiwillig entscheide, etwas lernen zu wollen, Bühnentanz zum Beispiel, dann bin ich auch mit Spaß bei der Sache, mache mit, engagiere mich. Ich bekenne mich dazu, dass Tanz Bestandteil meines Lebens ist.“

Die innere Verpflichtung ergänzt die schriftliche fixierte Vereinbarung über die Tanzausbildung, rundet sie individuell und mit Wirkung für alle Beteiligten ab. Je engagierter die angehenden Tänzer bei der Sache sind, desto dynamischer und kraftvoller entwickeln sie sich selbst. Das überträgt sich dann wiederum auf die Gruppe und schafft eine kreative, erfolgsorientierte Atmosphäre, in der das Lernen leicht fällt. Doddema: „Je größer die Begeisterung ist, desto mehr Ausstrahlung entwickeln die Tänzer.“

Ein wichtiger Faktor, vor allem für die Jüngeren, sind die Eltern. Die Kinder erleben das Tanzen als etwas ganz Besonderes und möchten sich darüber mitteilen. „Die Kinder spüren es sofort, wenn die Eltern positiv auf sie reagieren“, stellt Doddema klar, „und das fördert die eigene Motivation.“ Im Idealfall bringen Eltern ihre Kinder daher vorbereitet – innerlich und äußerlich auf das Tanzen eingestimmt – und holen sie mit einem offenen Ohr für das Erlebte ab. Der gemeinsame Besuch der regelmäßig vom Studio angebotenen Kindertanztage oder von Tanzveranstaltungen ist genauso motivierend wie das Bewusstsein, dass sich die Eltern beim Dozenten über die Fortschritte der Kinder erkundigen.

Was sich Tanzpädagoge Doddema letztlich wünscht, ist ein überzeugendes Mitziehen aller Beteiligten. „Schade nur, dass die Landesprache keinen griffigen Ausdruck kennt und das, was gemeint ist, immer nur als Commitment bezeichnet wird“, sinniert er.

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