Das Profil des Modern Dance Centers

KinderTanzKompanie

Kinder genießen den eigenen Auftritt
als Krönung ihres Tanztrainings


Dortmund, den 30.03.2009

21 Kinder wirbeln durcheinander. Das Lampenfieber hat die Tanzkompanie voll erfasst. Während sich Tänzer im Alter zwischen acht und zwölf Jahren hinter den Kulissen auf ihre Darbietung des Musicals Starlight Express vorbereiten, füllen sich die Sitzreihen vor der Bühne. Publikum – das ist es, wofür die Kinder seit Wochen üben. Sie brennen darauf, ihre Schrittfolgen nicht nur mühsam einzustudieren, sondern sie möchten das Gelernte anwenden, es möglichst vielen Menschen vorführen und diesen damit eine Freude bereiten.

„Tanz ohne Aufführung wäre künstlerische Freiheitsberaubung“, stellt Tanzpädagoge Berry Doddema vom Modern Dance Center in Dortmund klar, „wenn ich mich dauernd damit beschäftige, wie ich etwas ausdrücken kann, dann möchte ich auch, dass irgendwann jemand da ist, der es wahrnimmt.“ Für das Modern Dance Center Grund genug, sich nicht, wie in vielen Studios üblich, auf einen Aufführungstermin im Jahr zu beschränken. Gegründet wurden drei Kindertanzkompanien – ein Unterfangen, das in seiner Größe und Vielseitigkeit deutschlandweit seinesgleichen sucht.

Die Tanzkompanien sind Hort für alle Tanzschüler, die sich über das normale Tanztraining hinaus weiter entwickeln und auf professioneller Ebene erste Erfahrungen sammeln möchten. Zum obligatorischen Tanztraining, das nach wie vor ein bis drei Mal in der Woche absolviert wird, kommt jede Woche ein einstündiges Probetraining hinzu, ergänzt um Workshops am Wochenende oder in den Ferien. Vorbereitung für die Bühne. Das beinhaltet zum einen die tänzerische Aufbereitung eines Stückes. Zum anderen geht es darum, gemeinsam ein Bühnenbild zu gestalten, verschiedene Beleuchtungen auszutesten, das Schminken zu lernen, Kostüme zu entwerfen und zu nähen. „Wichtig ist uns, dass die Kinder lernen, im Team zu arbeiten“, hebt Doddema hervor, „sie sollen die Erfahrung machen, wie es ist, sich auf andere verlassen zu können.“

Drei Kompanien, das heißt auch drei Tanzrichtungen: klassisches Ballett, Modern Dance und Jazz Dance. Das garantiert Programmvielfalt und bietet den jungen Tänzerinnen und Tänzern eine individuelle, ihren Talenten und Neigungen entsprechende Ausrichtung ihres Engagements. Jede Tanzkompanie ist auf 20 bis 30 Schüler ausgelegt, aufgeteilt in zwei Altersgruppen: von acht bis zehn Jahren und von zehn bis zwölf Jahren. Leistungsunterschiede werden über die Vergabe der Rollen ausgeglichen.

„Unser Ziel ist es, dass die Kinder ab acht Jahren häufiger als sonst üblich auftreten können“, betont Doddema, „das ist unsere Chance, den Bühnentanz als attraktive Alternative zu Sportarten zu gestalten. Wer Fußball spielt, hat jeden Samstag sein Turnier, genauso wie Leichtathleten regelmäßig ihre Läufe und Wettkämpfe haben.“ Was für die einen Tore, Punkte und Meisterschaften sind, ist für die anderen der Applaus. „Unsere Leistungen bewertet kein Schiri, sondern das Publikum – unmittelbar, oft subjektiv und doch meist mit viel Wohlwollen“, schmunzelt Doddema.

Um echtes Künstlerfeeling zu haben, gehen die Tanzkompanien auf die Bühne: Das Modern Dance Center verfügt – eine Seltenheit in diesem Metier – über ein komplett ausgestattetes hauseigenes Theater. Bretter, die die Welt bedeuten. Und die Tanzkompanien gehen raus: Sie tanzen in Kirchen, zum Weltkindertag im Westfalenpark, im U-Bahn-Bahnhof.

Das Konzept, auf professioneller Ebene zu lernen, beinhaltet auch, dass sich die Tanzkompanien buchen lassen. Von Firmen, Organisationen und Privatpersonen. „Ab knapp 200 € bieten wir mit den Tanzkompanien einen Augenschmaus für Veranstaltungen, der so nur selten zu erleben ist“, betont Tanzpädagoge Doddema, „eine perfekte Kombination von kindlichem Engagement und Kultur.“ Basis ist ein breites Repertoire an Stücken, vom „Geistertanz“ über „The Fairy Queen“ nach der Musik von Henry Purcell bis hin zu Auszügen aus den Musicals „Starlight Express“ und „Oliver!“, frei nach Charles Dickens Roman „Oliver Twist“. Der Auftraggeber sucht aus, was er seinen Gästen präsentieren möchte, Länge und Platzierung der Darbietungen werden dem Ablauf der Veranstaltung angepasst, die Technik im Zweifel mitgebracht.

Die Erlöse aus den Vorstellungen sind eine wichtige Tragsäule der Tanzkompanien. Sie finanzieren große Teile der aufwendigen Projektarbeit. Die jungen Tänzer, genauer ihre Eltern beteiligen sich zusätzlich zur normalen Unterrichtsgebühr mit einem Monatsbeitrag von 25 € für die Tanzkompanie. Geld, das vor allem für Gastchoreografen, Material und Kostüme aufgewendet wird.

Drei Kompanien, ein Konzept. „Die Kinder genießen es, auf der Bühne zu stehen. Das ist für sie Triebfeder, weiter an sich zu arbeiten“, weiß Doddema, „und natürlich haben wir alle zusammen während der Proben, die sicherlich auch manchmal anstrengend sind, ganz viel Spaß.“